Sektion Psychiatrische Pflegeforschung

Das zentrale Ziel der Sektion Psychiatrische Pflegeforschung ist die Weiterentwicklung einer pflegewissenschaftlich fundierten psychiatrischen Pflege. Pflegeforschung generiert fundiertes Wissen, um den Herausforderungen in der Pflegepraxis begegnen zu können. Die Weiterentwicklung der psychiatrischen Pflegepraxis benötigt pflegewissenschaftlichen Nachwuchs. Ein wichtiges Ziel der Sektionsarbeit ist die Unterstützung angehender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die Ermöglichung lebenslangen Lernens im Kontext psychiatrischer Pflege.

Tagungsankündigungen

Die Mitglieder der Sektion nehmen an nationalen und international Tagungen und Kongressen mit Beiträgen zur Psychiatrischen Pflegeforschung teil, wie am DGPPN Kongress, dem Dreiländerkongress Pflege in der Psychiatrie, dem internationaler Recovery-Kongress REFOCUS, dem Horatio-Kongress of european psychiatric Nursing etc.

Die Mitglieder der Sektion Psychiatrische Pflegeforschung treffen sich regelmäßig, um sich über aktuelle Forschungsthemen und Projekte auszutauschen.

Das nächste Sektionstreffen findet am Montag den 04. Oktober 2022 um 17.00 Uhr gemeinsam mit der Arbeitsgruppe State of the Art der Deutschen Fachgesellschaft psychiatrische Pflege (DFPP) zum Thema Vorbehaltsaufgaben / Psychiatrischer Pflegeprozess über das Videokonferenzsystem Zoom statt. Die Einwahl geht den Mitgliedern zeitnah zu

Anmeldungen zum Sektionstreffen über das Kontaktformular auf dieser Website.

PUBLIKATIONEN UND KONGRESSBEITRÄGE

Verstehen in der Psychiatrischen Pflege - Beiträge für erweiterte pflegewissenschaftliche Perspektiven

Verstehen in der Psychiatrischen Pflege – Beiträge für erweiterte pflegewissenschaftliche Perspektiven

Sabine Weißflog/Julia Lademann (Hrsg.)

Kohlhammer Verlag 2021

Menschen leben, denken und handeln im Alltag. Dabei erleben sie eine gemeinsame Lebenswelt. Das Wesen der psychiatrischen Pflege ist das Verstehen der subjektiven Wirklichkeit eines Menschen, das Erkennen der Motivation für Veränderung und die Unterstützung bei der Neudefinition des Sinns von Identität. Doch was bedeutet „Verstehen“, welche Denk- und Handlungsansätze gibt es für die klinisch-psychiatrische Pflege? Unter dieser Fragestellung werden pflege-, sozial- und geisteswissenschaftlich ausgerichtete Betrachtungsweisen herangezogen. Der Herausgeberband möchte psychiatrischen Pflegefachpersonen fundierte und innovative Perspektiven für mögliche Wege zum Verstehen psychisch erkrankter Menschen aufzeigen.

Rezension von Christoph Müller:

Wer in der psychiatrischen Pflege arbeitet, der weiß um die Wichtigkeit des Begriffs Verstehen im Versorgungsalltag. Es geht darum, den Menschen, der einem Gegenüber sitzt, in all seiner Komplexität zu verstehen, sich ihr oder ihm empathisch anzunähern. Dies ermöglicht es, die Genese seiner Erkrankung nachvollziehen zu können. Dies ermöglicht es, sich der Lebenswelt des Betroffenen anzunähern. Letztendlich ist es eine herausfordernde Aufgabe, die psychiatrisch Pflegende in der Begegnung mit Menschen meistern müssen, die aus dem seelischen Gleichgewicht sind.

Nun haben sich Autor_innen um die Pflegewissenschaftler_innen Sabine Weißflog und Julia Lademann mit dem Verstehen beschäftigt. Es sind Beiträge, die auf den ersten Blick allzu theoretisch wirken. Doch in der intensiven Lektüre entfalten die Texte ihre eigentliche Kraft. Vor allem ermutigen sie, an den jeweiligen Themen weiterzudenken.

Ingo Tschinke, der langjährige Erfahrungen in der stationären und ambulanten psychiatrischen Versorgung hat, setzt sich mit dem Recovery-Konzept auseinander. Gerade seine Gedanken regen an, Überlegungen zu konkretisieren. Wenn er schreibt, dass persönliche Recovery beispielsweise bedeute, „dass die Klienten darüber entscheiden, inwieweit die psychiatrische Versorgung von ihnen in Anspruch genommen wird oder auch nicht“ (S. 73), dann zeigt sich die Notwendigkeit, darüber nachzudenken, ob Pflegende diese Selbstbestimmung eines, einer Betroffenen aushalten können. Ausdrücklich betont Tschinke, dass die Prozessverantwortung bei den Betroffenen liege. An anderer Stelle zeigt sich, wie wichtig die Begleitung der Betroffenen Menschen durch psychiatrisch Pflegende und andere Akteur_innen ist. Betroffene müssten für sich das Verstehen ermöglichen, „um dadurch einen Sinn in der psychischen Erkrankung zu erfahren“ (S. 81). Der so erarbeitete Lebenssinn könne ein ausgeprägter Motivator sein.

„Von den Herausforderungen einer kritischen Selbsterfahrung in der psychiatrischen Pflege“ schreibt Michael Theune. Julia Lademann beschreibt die „Beziehungsgestaltung in der psychiatrischen Pflege“. Sonja Freyer fokussiert sich auf das Advanced Practice Nursing“ und sucht nach einer „Profilentwicklung einer APN Suizidprävention und Suizidpostvention“.

Eine hohe Relevanz für die Praxis hat Maren Fries mit ihrer „ethischen Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts der offenen Tür“. Dabei schlussfolgert sie: „Das Konzept der offenen Tür stellt sich hierzu als eine moderne, innovative und humanere Alternative dar, die die bisherige Behandlungspraxis hinter verschlossenen Türen erfolgreich ablösen könnte“ (S. 107). Sie plädiert deutlich für das Konzept der offenen Türe und formuliert deutliche Vorteile: „Respektierung der Autonomie, durch die Verhinderung von Schaden, durch die Ausübung von nicht übergriffiger Fürsorge und durch die Bestrebung von Gerechtigkeit den Prinzipien der Ethik in hohem Maße entspricht“ (S. 107).

Das Buch „Verstehen in der Psychiatrischen Pflege“ spricht sich letztendlich für Gelegenheiten aus, das eigene Denken und Handeln, aber natürlich das Miteinander mit den seelisch erkrankten Menschen zu reflektieren. Dazu bieten die theoretischen Grundlegungen des Buchs Wegweisungen, die es aufzugreifen lohnt. Sabine Weißflog fasst es eindrücklich zusammen: „Korrigieren wir vor diesem Hintergrund das unerreichbare Ideal quantitativer Verfahren objektivistischer Ansätze zugunsten verstehender Methoden“ (S. 35). Die betroffenen Menschen haben es verdient.

Zwang gegenüber Patienten – Über den Umgang mit ethischen Herausforderungen in der psychiatrischen Pflege

Zwang gegenüber Patienten – Über den Umgang mit ethischen Herausforderungen in der psychiatrischen Pflege

Michael Mayer / Markus Witzmann

Pflege & Gesellschaft (ISSN 1430-9653), Ausgabe 4, Jahr 2020, Seite 306 – 319

Lehrbuch ambulante psychiatrische Pflege: Psychisch kranke Menschen ambulant begleiten

Lehrbuch ambulante psychiatrische Pflege: Psychisch kranke Menschen ambulant begleiten

Ingo Tschinke / Udo Finklenburg / Beatricé Gähler / Tim Konhäuser (Hrsg.)

Hogrefe 2021

Ambulante Pflege psychisch kranker Menschen Die Autor*innen des ersten umfassenden Lehrbuchs zur ambulanten psychiatrischen Pflege • beschreiben die Entwicklung der ambulanten psychiatrischen Pflege (APP) in DE und CH • erläutern professionelle Grundlagen und pflegerische Grundhaltungen • führen Organisationselemente der APP an, von der Tourenplanung über Dokumentation, Marketing bis hin zu Qualitäts-, Aufnahme-, Change- und Selbstmanagement • beschreiben prozessorientierte Instrumente ambulanter psychiatrischer Pflege, wie das REACH-Modell und den Pflegeprozess • klären rechtliche Grundlagen zu Zulassungsbedingungen, Gewaltvermeidung, Zwangsbehandlung, Haftungsrecht und Datenschutz in DE und CH • skizzieren therapeutische Angebote der Psychotherapie, Angehörigen- und Peer-Group-Arbeit, Teilhabeförderung und Strukturierungsangebote bei komplexen Erkrankungen • stellen spezifische Behandlungssettings für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen vor, ergänzt um forensische und transkulturelle Angebote • skizzieren 36 Konzepte und «Handlungsräume», die von Aggressivität, über Adherence, Angst, Chronizität, Essen, Humor, Hoffnung, Identität, Integration, Kommunikation, Langeweile, Machtlosigkeit, Manipulation, Migration, Privatheit, Recovery, Scham, Schlaf, Selbstkonzept, -vernachlässigung, -verletzung, Sexualität, Trauma, Trauer, Vertrauen, Verwirrtheit, Wellbeing bis hin zu Zwang reichen • betonen die Bedeutung von persönlichen Netzwerken, Fort- und Weiterbildung sowie berufspolitischem Engagement für die Weiterentwicklung der ambulanten psychiatrischen Pflege.

Verbändearbeit

 

      Verbändedialog Psychiatrische Pflege

       Definition und Grundlage psychiatrischer Pflege

Die Verbände der psychiatrischen Pflege treffen sich jährlich zum „Verbändedialog Psychiatrische Pflege“. 

Forschungsprojekte

​Um die theoretische Basis der psychiatrischen Pflege zu erweitern, ist die Entwicklung, Unterstützung und Durchführung von Forschungsvorhaben ein Schwerpunktthema der Sektion und der Sektionsmitglieder.

Kooperierende Einrichtungen

  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Hochschule München / Munich University of Applied Sciences

Kooperierende Verbände

  • Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen in der Psychiatrie (BFLK)
    www.bflk.de
  • Bundesinitiative Ambulante Psychiatrische Pflege (BAPP)
    www.bapp.info
  • Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege (DFPP)
    www.dfpp.de
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Mitarbeiter Pflege – und Erziehungsdienst kinder – und jugendpsychiatrischer Kliniken und Abteilungen (BAG)
    www.bag-ped.de
  • Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) – Arbeitskreis Pflege (www.dgsp-ev.de)
  • Referat Psychiatrische Pflege der Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Übergeordnete Ziele

DEUTSCHES NETZWERK PFLEGEFORSCHUNG IN DER PSYCHIATRIE: AUSTAUSCH- UND KOORDINATIONSFORUM PFLEGEFORSCHUNG UND -ENTWICKLUNG

Förderung des akademischen Austausches von Studierenden und Promovendinnen/Promovenden der psychiatrischen Pflegeforschung

  • Einrichtung eines Diskussionsforums im digitalen Raum (Zoom Konferenzen), um unter Studierenden die Diskussion und den Austausch über den Stand der psychiatrischen Pflegeforschung national und international zu fördern
  • Es werden spezifisch Bachelor- und Master-Studierende sowie Promovendinnen/Promovenden angesprochen, die sich mit ihren Abschluss- und Qualifizierungsarbeiten beschäftigen, um Fragestellungen der psychiatrischen Pflegeforschung zu vertiefen und eine Vernetzung zu ermöglichen.
  • Es soll den Teilnehmenden durch dieses Diskussionsforum die Möglichkeit gegeben werden ihre (geplanten) Arbeiten vorzustellen und sich über ihre Themen im wissenschaftlichen Diskurs auseinanderzusetzen.

Ansprechperson/Organisation: Ingo Tschinke

Es wird jetzt Termin für November 2022 geplant und demnächst eingestellt, weitere Termin erfolgen, je nach Interesse der Teilnehmer

Journal – Club für Pflegeakademikerinnen/Pflegeakademiker, Studentinnen/Studenten und Promovendinnen/Promovenden

  • Der Journal – Club soll den Diskurs über psychiatrisch-pflegewissenschaftliche Themen fördern
  • In dem Journal – Club können nationale und internationale wissenschaftliche Artikel der psychiatrischen Pflege vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden
  • Teilnehmende müssen sich im Vorfeld anmelden, wenn sie an den Terminen des Journal – Clubs teilnehmen möchten. Sie werden dann spezifisch für den Journal – Club eingeladen. Die Teilnehmenden werden im Vorfeld darum gebeten, die Artikel anzukündigen, die sie diskutieren möchten, um es den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu ermöglichen, die zu besprechenden Artikel im Vorfeld zu studieren, um einen Diskurs zu ermöglichen

Ansprechperson/Organisation: Ingo Tschinke

Es wird jetzt Termin für November 2022 geplant und demnächst eingestellt, weitere Termin erfolgen, je nach Interesse der Teilnehmer

ZUSAMMENSCHLUSS AKADEMISCH AUSGEBILDETER FACHLEUTE DER PSYCHIATRIEPFLEGE DEUTSCHLAND

  • Unterstützung lebenslangen Lernens: Weiterbildungen „Psychiatrische Pflege“ an Hochschulen, Curriculumentwicklung
  • Online-Fachtag „Psychiatrische Pflegeforschung“

Ansprechpersonen/Organisation: Sabine Weißflog, Markus Witzmann

  • Vernetzung zu Forschungsprojekten
  • Förderung und Unterstützung des pflegewissenschaftlichen Nachwuchses: Forum für Studierende der psychiatrischen Pflegewissenschaft – Austausch über Bachelorthesis, Masterthesis, Dissertation

Ansprechperson/Organisation: Ingo Tschinke

  • Pflegewissenschaftliche Expertise zur Einflussnahme auf berufs-, gesundheits-, und bildungspolitische Entwicklungen im Fachbereich Psychiatrie (Stellungnahmen und Positionspapiere zu ausgewählten Themen)

Ansprechpersonen/Organisation: NN

  • Teilnahme an Kongressen, Publikationen in Fachzeitschriften und Büchern

Ansprechpersonen/Organisation: Sabine Weißflog, NN

  • Mitwirkung bei der Leitlinienentwicklung der AWMF

Ansprechpersonen: Markus Witzmann, Michael Mayer

Kontakt

Sprecherin der Sektion: Prof. Dr. Sabine Weißflog
Kontakt: sektion.psychiatrischepflegeforschung@dg-pflegewissenschaft.de

Kontakt: Sektion Psychiatrische Pflegeforschung

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