Am 22.02.2019 trafen sich ca. 40 Expert/innen aus sieben europäischen Ländern an der Katholischen Hochschule in Mainz um im Rahmen des internationale COST-Workshop „Missed Nursing Care – impacts and interventions“ Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen von (impliziter) Rationierung in der Pflege zu diskutieren.

Die Keynote von Maria Schubert von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften vertiefte die konzeptuelle Auseinandersetzung mit diesem Phänomen. So ist es eben ein Unterschied, ob professionell Pflegende durch äußere Einflüsse gezwungen werden eine Pflegehandlung zu unterbrechen oder gar abzubrechen, oder ob sie z.B. in Situationen mit hohem Zeitdruck selbstständig Prioritäten setzen und dabei häufig Zuwendung, Gespräch, Beratung zugunsten medizinnaher und technischer Leistungen aufgeben. Im letzten Fall kommt den Begründungszusammenhängen, die zur Prioritätensetzung führen, und dem leitenden Verständnis von Pflege besondere Bedeutung zu.

Als Pendant dazu reflektierte die Keynote von Riitta Suhonen von der Universität Turku, Finnland, die Patientenperspektive, die in der Diskussion um Rationierung in der Pflege bislang eher wenig beachtet ist. Monika Habermann von der Hochschule Bremen stellte eine Studie vor, die dual Pflegestudierende nach ihren Erfahrungen und ihrem Umgang mit dem Pflegealltag unter den Bedingungen der Rationierung untersucht. In vielfältiger Weise berichten die Studierenden von überfordernden Aufgabenzuweisungen und unzureichender Unterstützung.

Die verschiedenen Themen wurden in Unterworkshops vertieft, reflektiert und nicht zuletzt mit dem Fokus auf mögliche Lösungsansätze weiter gedacht.

Den Nachmittag eröffnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz, mit einem Grußwort (von links: Prof. Dr. Renate Stemmer, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Prof. Dr. Monika Habermann).

Bilder: © KH Mainz