Der Begriff der Community erlangt seit einiger Zeit vermehrte Aufmerksamkeit in der deutschsprachigen Pflegewissenschaft. Dabei ist weder das Verständnis von Community noch von Community Care bislang intensiver diskutiert worden. Hinter dem englischen Begriff der Community verbergen sich mehrere konzeptionelle, theoretische und auch praxisbezogene Fragen. Ansätze des Community Health Nursing betonen stark die Rolle der Pflege in der primären Gesundheitsversorgung und in der Versorgung vulnerabler Gruppen. Der Bezug liegt vor allem auf Fragen der Gesundheit. Nicht verwunderlich ist es daher, dass englischsprachige Lehrbücher als „Community/Public Health Nursing“ benannt sind und so die Parallelität der Community und Public Health Ausrichtung betonen.

Ein andere Ansatz steht hinter den „Caring communities“, den sorgenden Gemeinschaften, in denen zwar auch gesundheitliche Fragen von Bedeutung sind, der Schwerpunkt aber auf der sozialräumlichen Nähe, lokalen, quartiersnahen Konzepten und Fragen der gegenseitigen menschlichen Sorge liegt. Community Care im beruflichen Sinne ist dabei oftmals eher dem Sozial- als dem Gesundheitswesen zugeordnet und Pflege spielt dabei nur eine Rolle neben vielen anderen. Nicht zuletzt erfolgt eine Assoziation des Begriffs der Community mit dem deutschen Begriff der Kommune als Verwaltungseinheit. Damit angesprochen sind Aspekte der kommunalen Verantwortung und der Rolle von Pflegenden und anderen Berufsgruppen im Sozial- und Gesundheitswesen auf der kommunalen Ebene.

Gemeinsam ist allen Ansätzen die Perspektive, dass es sich nicht um Fragen von Individuen handelt, sondern Gruppen oder Populationen angesprochen sind. Der zumeist auf Fragen des Individuums gerichtete Blick in der Pflege wird erweitert um eine kollektive Betrachtungsweise, die gesundheitliche Fragen, kommunale Besonderheiten und sozialräumliche Aspekte in den Blick nimmt und nicht auf der Ebene des Individuums verbleibt.

 

Durch die Beiträge dieses Schwerpunktheftes soll die pflegewissenschaftliche Diskussion um den Begriff der Community befördert werden. Theoretisch-konzeptionelle Ansätze aus dem In- und Ausland sind dabei ebenso willkommen wie empirische Arbeiten, die sich einer oder mehrerer der oben genannten Themenfelder von Community Care widmen.

 

Ablauf  

Terminplanung

 

Rückmeldung an Herausgeberteam, dass Interesse an der Einreichung eines Manuskriptes besteht 30.11.2020
Artikel in Redaktion zum Peer Review 17. Woche: 26.04. – 30.04.2021

 

Verantwortlich für das Schwerpunktheft Pflege und Community Care

Prof. Dr. Andreas Büscher, Hochschule Osnabrück, E-Mail: a.buescher@hs-osnabrueck.de

Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Universität Osnabrück, E-Mail: mhuelske@uni-osnabrueck.de