Das „Post-Intensive-Care-Syndrom“ (PICS) stellt eine häufige und ernste Komplikation einer intensivmedizinischen Behandlung dar und kann später zu deutlichen Einbußen in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Teilhabe führen. Das Syndrom kennzeichnet sich durch Schwäche auch als „intensive care unit acquired weakness (ICUAW)“ bezeichnet, kognitive und emotionale Störungen. Diese drei Komponenten können entweder einzeln oder kombiniert auftreten. Bei der Schwäche sind zwischen einer Dekonditionierung und Organschädigungen im Sinne einer Critical illness-Polyneuropathie und/oder –Myopathie zu unterscheiden; die motorischen Dysfunktionen können die Kopf-, Rumpf- und Extremitätenfunktionen ebenso betreffen wie die Schluck- und Atemmuskulatur. Kognitive Störungen betreffen gehäuft Aufmerksamkeits- und Gedächtnis- sowie Exekutivfunktionen, emotionale Störungen sowohl Angststörungen als auch depressive Syndrome. Die Pathophysiologie des PICS ist multifaktoriell und komplex. Mögliche Behandlungsansätze während des Aufenthaltes auf der Intensivstation stellen die schnelle und konsequente Behandlung der Multiorgandysfunktion, Kontrolle des Glukosestoffwechsels sowie frühe und intensive Physiotherapie dar.

Ungeklärt ist bis jetzt, wie eine multimodale neurologische Rehabilitation optimiert werden kann, um die multimodalen Folgen dieses Syndroms zu minimieren. Die Zielstellung der Leitlinie ist es den aktuellen Wissensstand zur Rehabilitation von Patienten mit PICS dazustellen; die notwendige Diagnostik bzw. Assessments und deren prädiktiven Wert aufzuzeigen, aber insbesondere der Rehabilitation von Patienten mit PICS „Evidenz“-basierte Kriterien zugrunde zu legen.

Aus diesem Grund hat sich die Leitlinienkommission der DGP für eine Beteiligung an der Erststellung der Leitlinie ausgesprochen und möchte die Integration pflegewissenschaftlicher und pflegerischer Expertise unterstützen.

Entsprechend wird aktuell eine Delegierte oder ein Delegierter mit pflegefachlicher und pflegewissenschaftlicher Expertise im beschriebenen Themenfeld gesucht. Gerne kann die Delegation auch im Stellvertreter*innenprinzip organisiert werden, so dass sich die gewünschte Expertise auf zwei Personen aufteilt.

Voraussetzung für eine Delegation ist die Mitgliedschaft in der DGP. Bei Nachfragen oder Interesse können Sie sich gern bei der Leitlinienkommission der DGP (leitlinien@dg-pflegewissenschaft.de) informieren.

Bewerbungen nimmt die Leitlinienkommission mit Ihrem Lebenslauf und einer Darstellung Ihrer Expertise ebenfalls gern unter leitlinien@dg-pflegewissenschaft.de entgegen.

Bewerbungen sind bis zum 20.01.2022 möglich.

Federführende Fachgesellschaft ist die Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR). Die Arbeiten an der Leitlinie wurden 2020 begonnen, konnten wegen krankheitsbedingter Ausfälle im Redaktionsteam aber nicht weitergeführt werden, so dass im Januar 2022 die Arbeiten mit einem neu zusammengesetzten Redaktionsteam wieder aufgenommen werden.