Artikel Pflege & Gesellschaft 1/2007

Die Lehrerbildung in der Pflege im Zeichen von “Bologna”

C. Bischoff-Wanner

12. Jahrgang (1) – Seite 5-19 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Dieser Beitrag befasst sich mit der Lehrerbildung für den Bereich Pflege und Gesundheit auf dem Hintergrund der Einführung gestufter Studiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses. Es werden Fragen der Ausbildungsorganisation und der hochschulischen Verortung der Lehrerbildung erörtert und in Beziehung gesetzt zu wesentlichen Aussagen bildungspolitischer und berufspolitischer Gremien. Aus dem kritischen Vergleich dieser Ausführungen werden Vorschläge abgeleitet zur zukünftigen Gestaltung der Lehrerbildung.

Abstract:

This contribution is concerned with teachers training for nursing professions in Germany. According to the introduction of the Bachelor/Master study system in Germany teacher education in nursing undergoes substantial reform of structure and organization as it has to be reconstructed and developed to meet the new requirements. Different models of teachers study programmes are presented and discussed together with statements of professional bodies and committees of the educational system. A critical comparison of these models and statements will lead to some proposals of the future organization of nursing teachers education.

Reflexionen zur LehrerInnenbildung im Berufsfeld “Gesundheit und Pflege”

R. Ertl-Schmuck, F. Fichtmüller, U. Böhnke

12. Jahrgang (1) – Seite 20-33 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

In der LehrerInnenbildung für berufsbildende Schulen im Bereich Gesundheit und Pflege in Deutschland sind Bachelor-Master Studiengänge in der Konzeptionsphase oder sind bereits angelaufen. Dabei zeigt sich, dass die Einpassung der LehrerInnenbildung in Bachelor-Masterabschlüsse sich als hoch problematisch erweist. Die in diesem Beitrag vorgenommenen Reflexionen werden entlang professionstheoretischer Begründungslinien entfaltet, um vernachlässigte Aspekte in der Diskussion um Reformen zur LehrerInnenbildung für den Bereich Gesundheit und Pflege aufzuzeigen.

Abstract:

Reflections on the education of teachers in the vocational field “health and nursing”
In the education of teachers in vocational schools in the field of health and nursing in Germany the introduction of graduates of Bachelor and Master is in the conceptional phase or has already started. It becomes clear that the introduction of the graduates of Bachelor and Master in the education of teachers proves to be highly problematic. The arguments of this contribution are oriented along theoretical reflections of professional, in order to show neglected aspects in the reform discussion on the education of teachers in the field of health and nursing.

Grundständigkeit der Lehrerbildung im Rahmen konsekutiver Studienstrukturen. Das Studienmodell Pflegewissenschaft an der Universität Osnabrück

Hartmut Remmers

12. Jahrgang (1) – Seite 34-53 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Mit der flächendeckenden Umsetzung der Bologna-Beschlüsse muss auch die Lehrerbildung internationalen, d.h. konsekutiven Studienstrukturen angepasst werden. Strittig war von Anfang an, inwieweit bei dieser Umorganisation an Prinzipien einer grundständigen, fächerintegrativen Lehrerbildung festgehalten werden kann. Die jüngste Beschlusslage wissenschafts- und bildungspolitisch zentraler Gremien weist relativ eindeutig – professionstheoretisch begründet – in Richtung Grundständigkeit, lässt dabei allerdings verschiedene Varianten konsekutiv strukturierter Lehrerbildungsmodelle zu. Auf dem Hintergrund struktureller Vorgaben für Lehramtsstudiengänge in Niedersachsen wird das Konzept eines Bachelor-/Master-Studiums Pflegewissenschaft als berufliche Fachrichtung an der Universität Osnabrück exemplarisch diskutiert. Neben gewissen Vorzügen lassen sich dabei jedoch etliche, in ihren Folgen noch nicht abschätzbare Probleme erkennen, bspw. der Polyvalenz, des Quereinstiegs. Eine zukünftige Aufgabe wird vor allem in der – bildungstheoretischen Maßstäben hinreichend genügenden – modularen Integration fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer sowie bildungswissenschaftlicher Studien bestehen.

Abstract:

Foundations of academic teaching education in the context of consecutive university structures: the Osnabrück University Model in the department of nursing
Following the overall implementation of the Bologna-Contract , the academic programme in nursing education has to be adapted to international standards, respectively to consecutive university structures. It has been a crucial point from its inception how the key elements of a foundational and interdisciplinary academic teaching education can be kept. Central committees on science and education have recently submitted a policy position that supports a foundational education. The theoretical arguments are based on professionalism. The various modes of consecutive structured models for the educational programs are left open. On the basis of the structural demands for teaching programs in Lower Saxony, the University of Osnabrück model of the bachelor as well as the master program in nursing science will be exemplified. Besides advantages, a certain number of problems like polyvalent and non-traditional study entrance are noticed while its consequences cannot be foreseen. One of the main future tasks are the modular integration of nursing science within its own body of knowledge as well as subject-related didactics and educational academic programs.

Ist die Normalität ein Plus für die Lehrerbildung? Neue Studiengänge für den Lehrer für Gesundheit/Pflege in Münster

E. Brinker-Meyendriesch

12. Jahrgang (1) – Seite 54-61 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Ungeachtet der Spezifika der Lehrerbildung in der Pflege hat die Lehrerbildung für berufliche Schulen allgemein eine Entwicklung von den Berufspädagogischen Instituten zu einer universitären Ausbildung genommen. Mit dieser Verlagerung in die Universität zugunsten der Wissenschaftlichkeit wird die unzureichende Einlösung der nunmehr in den Hintergrund getretenen Berufsorientierung kritisiert. Mit der Umstrukturierung der Lehrerstudiengänge im europäischen Kontext hat die Lehrerbildung für die Pflegeberufe die Chance, sich erneut im Bildungssystem zu verorten und damit einer Normalität näher zu kommen. Diese neue Normalität der Lehrerbildung wird auf mancherlei Eigenheiten der bisherigen Lehrerbildung und der pflegerischen Berufsausbildung stoßen.

Abstract:

Regardless of the specifics of teacher education in the field of nursing, teacher education for vocational schools generally has developed away from institutes related to pedagogic studies towards a more academic education. With this shift to the university in favour of a scientific approach, simultaneously the inadequate honouring of the vocational orientation now being pushed into the background has been criticized. By restructuring the teacher education study courses in the European context, teacher education for nursing professions has the chance to position itself again within the educational system and, thus approach to normality.
This new normality of teacher training will have to face various particularities of the hitherto existing teacher education and the nursing professional training as well.

Das Praktische Studiensemester. Pflegepädagogik im Spiegel wissenschaftlicher Lehrerbildung

K. Reiber

12. Jahrgang (1) – Seite 62-73 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Gegenstand dieses Beitrags ist die konzeptionelle Grundlegung des Praktischen Studiensemesters im Studiengang Pflegepädagogik vor dem Hintergrund des aktuellen erziehungswissenschaftlichen Forschungsstands zu Praktika in der Lehrerbildung. Prinzipien und Bausteine, die Studierende bei ihrer individuellen Kompetenzentwicklung zur pädagogischen Professionalität unterstützen, werden in diesem Zusammenhang vorgestellt und begründet. Dabei ist das Praktische Studiensemester im Rahmen der einphasigen Lehrerbildung einerseits ein Element in einem ebenso vielschichtigen wie langwierigen Bildungsprozess. Es ist andererseits von herausragender Bedeutung, weil Studierende darin nicht nur mit der zukünftigen pädagogischen Praxis in Kontakt treten, sondern auch ihre Eignung für den Beruf prüfen. Ziel des nachfolgenden Beitrags ist es, den aktuellen erziehungswissenschaftlichen Diskurs zu Praxisphasen im Pädagogikstudium im Sinne einer Hochschuldidaktik der Lehrerbildung für die Gestaltung des Praktischen Studiensemesters Pflegepädagogik anschlussfähig zu machen. Zugleich wird damit die Konzeption des Praktischen Studiensemesters beschrieben, wie sie an der Hochschule Ravensburg-Weingarten im Studiengang Pflegepädagogik erprobt und evaluiert werden soll.

Abstract:

The theme of this article is the conceptual founding of the practice semester in the field of nursing education as reflected in the literature on internships in the training of teachers. It introduces and justifies principles and building blocks which support the development of students’ competence and pedagogical professionalism. On the one hand, the practical semester, part of one-phase teacher training, is one element in a multi-layered and lengthy educational process. On the other hand it is of extraordinary importance because students are confronted with pedagogical practice and can test their aptitude as teachers. The conceptual outline of the practice semester will be described as it will be tested and evaluated at the Hochschule Ravensburg-Weingarten. One goal of the article is to make the current discourse on practical experience during pedagogical study accessible for those involved in shaping practical semester programs in the field of nursing education.

Artikel Pflege & Gesellschaft 2/2007

“Advanced Nursing Practice”-Trends: Implikationen für die deutsche Pflege. Ein Literaturüberblick mit Beispielen aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden

M. Sachs

12. Jahrgang (2) – Seite 97-192 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Die Notwendigkeit für eine Advanced Nursing Practice (ANP) wird zunehmend auch in der deutschen Gesundheitspolitik erkannt und diskutiert. Vor diesem Hintergrund wurde eine pragmatische Literaturrecherche durchgeführt, um zu klären, unter welchen Voraussetzungen sich ANP in Ländern mit unterschiedlichen Gesundheitssystemen entwickelt hat, welche beruflichen Merkmale sich ausgebildet haben und was daraus für die deutsche Pflegepraxis abzuleiten ist.
Publikationen aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden wurden nach den Kriterien historische Entwicklung, Arbeitsfelder und Tätigkeitsprofil, Ausbildung und akademische Abschlüsse, berufsrechtliche Bedingungen sowie Vergütung und versicherungsrechtliche Voraussetzungen analysiert.
Die stärksten Einflussfaktoren auf die Etablierung erweiterter pflegerischer Rollen scheinen in Verbindung mit Kostendruck, Erfordernissen zur Versorgungsintegration, Ärztemangel und Macht in der Gesundheitspolitik zu stehen. Weniger bedeutsam sind offenbar die Art des Gesundheitssystems, der Versorgungstyp und die Wettbewerbsorientierung. Schlussfolgerungen für die deutsche ANP betreffen Neuausrichtungen in Ausbildung, Forschung, Organisation und Politik.

Abstract:

The necessity for Advanced Nursing Practice (ANP) is increasingly recognised by the Health policy in Germany. In this article a pragmatic review was carried out to clarify premises of developing ANP-roles in countries with different health care systems and professional characteristics as well as to identify consquences for German nursing practice.
Publications from the USA, Great Britain and the Netherlands were analysed considering the criteria evolution of role, type of work, education and legal conditions.
Strongest predictors for implementation ANP-roles seem to be linked to cost pressure, needs for integration services, shortage of medical staff and gain of power. Less meaningful are kind of health care system, type of health care and competitive orientation. Conclusions for advanced practice in Germany affecting changes in education, nursing research, organisation and policy.

Community Medicine Nurses – Arztunterstützung in ländlichen Regionen

N. van den Berg, C. Meinke, R. Heymann, A. Dreier, C. Terschüren, W. Hoffmann

12. Jahrgang (2) – Seite 118-134 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Im Hinblick auf drohende Versorgungslücken im hausärztlichen Bereich in ländlichen Regionen, sollen Community Medicine Nurses Hausärzte in der Häuslichkeit des Patienten unterstützen und damit der Hausarztpraxis einen erhöhten Versorgungsradius ermöglichen. Es wird dabei gezielt telemedizinische Technik eingesetzt.
Im Rahmen des Konzeptes Community Medicine Nursing werden aktuell zwei Praxisprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten durchgeführt: das AGnES-Projekt in Mecklenburg-Vorpommern und das Modellprojekt Gemeindeschwester in Brandenburg. In diesen Projekten wird das Konzept der Community Medicine Nurse unter verschiedenen Rahmenbedingungen in der Praxis erprobt und weiterentwickelt. Dazu werden die Nurses in Hausarztpraxen integriert. Alle Tätigkeiten der Nurses werden detailliert standardisiert dokumentiert. Zusätzlich wird die Akzeptanz des Konzeptes durch die teilnehmenden Ärzte, Nurses und Patienten regelmäßig standardisiert evaluiert. Die ersten Ergebnisse der Praxisprojekte sind positiv und zeigen eine hohe Akzeptanz des Konzeptes bei den beteiligten Ärzten, Nurses und Patienten. Auf der Basis dieser ersten Ergebnisse und Erfahrungen wurde ein experimentelles, lernendes Curriculum entwickelt, dass aktuell von einer ersten Gruppe von Pflegefachkräften durchgeführt wird.

Abstract:

With regard to menacing gaps in primary health care in rural regions in Germany, community medicine nurses are implemented in general practices to relieve general practitioners by carrying out home-visits with patients with a defined diagnosis and therapy. This concept enables the GP to provide medical care to more patients in a larger region.
At the moment, two practical projects with different thematic priorities are carried out in the federal states of Mecklenburg-West Pomerania and Brandenburg. In these projects, the concept of community medicine nursing is attempted and further developed in different settings. Community medicine nurses are implemented in general practices. All activities of the nurses are documented detailed and standardized. In addition, the participating GPs, community medicine nurses and patients are regularly interviewed with standardized questionnaires. The first results of the projects are positive and indicate a high acceptance of the concept community medicine nursing with the participating GPs, nurses and patients.
Based on these first results and experiences, an experimental, learning curriculum was developed, which is currently followed by a first group of nurses.

Kurze Verweildauer im Krankenhaus – die Rolle der Pflegenden

Sabine Bartholomeyczik

12. Jahrgang (2) – Seite 135-149 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Veränderungen von Aufgabenstrukturen der Gesundheitsberufe werden derzeit im Zuge des ökonomisch orientierten Wandels der Versorgungsstrukturen intensiv diskutiert. Im folgenden Beitrag liegt der Schwerpunkt auf der Krankenhausversorgung, bei der in vielerlei Argumenten von der weiteren Delegation ärztlicher Aufgaben an Pflegende ausgegangen wird. Hauptthese ist hier, dass bei einer Neustrukturierung von Aufgaben die “forcierte Förderung der Entlassungsfähigkeit” der PatientInnen im Vordergrund stehen muss und erst davon ausgehend die Frage nach der Aufgabenverteilung gestellt werden darf. Vor diesem Hintergrund werden Anforderungen an zentrale Aufgabenbereiche von professionell Pflegenden beschrieben, die derzeitige defizitäre Situation anhand einiger Befunde dargestellt und daran einige Überlegungen angeschlossen.

Abstract:

Economically oriented changes in the health care system are currently accompanied by a broad discussion about changes in health professional’s work structures. This article focuses on hospital care. An important part of public discussion suggests the further delegation of physician’s tasks to nurses. Main proposition of this article is that the central part of patient care should be an “intensified support of patient’s discharge ability”. Questions of restructuring the tasks of health care professionals in hospitals may only be discussed upon this basis. Demands for the roles of nurses in enforcing patient’s discharge ability are presented. Some empirical results characterize the current deficit situation and perspectives are shown.

Die gesundheitspolitische Bedeutung anwendungsorientierter Pflegeforschung

Michael Simon

12. Jahrgang (2) – Seite 150-159 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Der Beitrag befasst sich mit der bisherigen und zukünftig notwendigen Bedeutung der Pflegeforschung für die deutsche Gesundheitspolitik. Bislang zeigte die deutsche Gesundheitspolitik wenig Interesse an einer entwickelten Pflegeforschung und ihren Ergebnissen. Um die Herausforderungen durch den absehbaren gesellschaftlichen und demographischen Wandel bewältigen zu können, braucht Gesundheitspolitik zukünftig jedoch weit mehr als bisher wissenschaftliche Erkenntnisse für ihre Entscheidungen. Nicht nur Medizin und Pflege sollten evidenzbasiert sein, sondern auch die Gesundheitspolitik. Eine evidenzbasierte Gesundheitspolitik braucht Pflegeforschung um Problemlagen zu erkennen und zu verstehen, Lösungen entwickeln und umsetzen zu können und den Erfolg gesundheitspolitischer Programme zu überprüfen.

Abstract:

This article deals with the previous and future relevance of nursing research for the German health policy. In the past, German health policy makers showed only little interest in nursing research and its findings. Faced to the challenges of the social and demographic changes, health policy makers will have an increasing need of scientific knowledge for decision making. Not only medicine and nursing care should be evidence-based, health policy too. Evidence-based health policy needs nursing research to recognize and understand problems, develop and implement solutions, and evaluate the outcomes of health policy programmes.

Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft zu ausgewählten Aspekten der Umstrukturierung von pflegebezogenen Studiengängen zu Bachelor- und Masterstudienangeboten aus pflegewissenschaftlicher Sicht

Renate Stemmer, Stefan Dorschner

12. Jahrgang (2) – Seite 160-164 ISSN 1430-9653

 

Professionelles Lehrerhandeln in Gesundheit und Pflege – eine Herausforderung für Reformprozesse

Manfred Hülsken-Giesler, Ulrike Böhnke

12. Jahrgang (2) – Seite 165-187 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Die Lehrerbildung für die Berufsfelder Gesundheit und Pflege in Deutschland steht im Zuge des Bologna-Prozesses vor immensen Herausforderungen, die im Kontext äußerst heterogener Rahmenbedingungen zu bewältigen sind. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst die spezifischen Rahmenbedingungen der Lehrerbildung in diesen Berufsfeldern beleuchtet, um dann unter inhaltlichen Gesichtspunkten Fragen der Professionalisierung des Lehrerhandelns zu thematisieren. Dies geschieht mit der Absicht, einen kritischen, fachlichen Diskurs anzubahnen um das tatsächliche Potential des Reformprozesses mit Blick auf eine Professionalisierung der Gesundheits- und Pflegelehrerbildung zu entfalten. In diesem Sinne wird schließlich der Vorschlag eingebracht, Hochschulwerkstätten als “institutionellen Ort” der Professionalisierung des Lehrerhandelns zu etablieren, an dem mit Methoden des forschenden Lernens die Entwicklung einer reflexiven Könnerschaft im berufsbiografischen Prozess systematisch befördert werden kann.

Abstract:

In the course of the Bologna process, teacher training for healthcare jobs in Germany faces enormous challenges. This article illuminates the extremely heterogeneous conditions of teacher training and then focuses on issues of its professionalisation. The intention is to initiate a critical discourse in order to harness the real potential of the reform process for teacher training in the healthcare professions. For this reason, it is being suggested to establish university workshops as a place for professionalising the teaching process where the development of reflective skills in the professional biographic process may be systematically promoted using the methods of learning through research.

 

Artikel Pflege & Gesellschaft 3/2007

Nebenwirkungen von Innovationen auf dem Pflegearbeitsmarkt: Veränderung derr Arbeitsmarktchancen von Altenpfleger/innen durch Prozessinnovationen in Krankenhäusern

C. Larsen

12. Jahrgang (3) – Seite 197-209 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Eine systemische Perspektive verdeutlicht, dass die Freisetzung von Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in Krankenhäusern als eine Nebenfolge der dort stattfindenden Prozessinnovationen nicht nur auf diesen Versorgungsbereich begrenzt bleibt. Vielmehr entfalten sich, durch die Freisetzung ausgelöst und über den Pflegearbeitsmarkt vermittelt, weitere Wirkungen in den Versorgungsbereichen der Altenhilfe. Auf der Basis verschiedener Datenbestände werden Indikatoren für die Abbildung dieser Zusammenhänge identifiziert.

Abstract:

Side Effects of Innovations on the Labour Market: Changing Prospects for Elderly Care Careers due to Hospital Process Innovations
A systemic perspective clearly shows that the impact of discharging nurses in hospitals, as a side effect of locally occurring process innovations, does not remain limited to this care area. These layoffs carry consequences beyond the health care market into the institutions for elderly care. On the basis of various data collections, the indicators for this correlation are identified.

Die Altenpflege im Zugriff der Disziplinen. Paradoxien und Perspektiven

R. Twenhöfel

12. Jahrgang (3) – Seite 210-226 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Mangelnde Fachlichkeit und Qualitätsmängel in der Altenpflege haben vielfältige Ursachen. Die gegenwärtige, auch politisch gesteuerte Kritik an den Heimen bedenkt zu wenig, dass spätestens seit Inkraftreten der Pflegeversicherung die Kriterien für Pflegequalität maßgeblich von den medizinischen Fachdisziplinen festgelegt werden und dass, wenn überhaupt, das Heim die vermutlich effektivste und rationellste Organisationsform ist, die Einhaltung solcher Kriterien kontrollieren und ggf. erzwingen zu können. Darüber hinaus ist die Altenpflege jedoch lebensweltlich-praktischen Bedürfnissen ihrer Klienten verpflichtet. Das Spannungsfeld von fachlichen und lebensweltlichen Anforderungen führt zu Paradoxien, die (verstärkt durch die bestehenden Rahmenbedingungen) als eine wesentliche Ursache pflegerischer Mängel jede Organisationsform, Heime gleichermaßen wie Wohn- und Hausgemeinschaften, treffen können. Der Artikel erläutert diese Paradoxien und zeigt Konsequenzen und Perspektiven für die Altenpflege auf, die einerseits im festen Zugriff der Disziplinen steht, andererseits aber und ihrem Selbstverständnis nach lebensweltlich-praktischen Bedürfnissen ihrer Klienten verpflichtet ist.

Abstract:

Lacking expertise and quality defects in geriatric care have many causes. Present criticism (which is also being steered by politics) does not really consider that since long term care insurance (“Pflegeversicherung came into effect the criteria for care quality were significantly defined by medical disciplines and that, if at all, the nursing home probably is the most effective and rational form of organisation to control the compliance with those criteria and to enforce them, if necessary. Moreover, geriatric care is obliged to foster existential and practical needs of its clients. The area of conflict of functional and existential demands leads to paradox situations which (enforced by existing framework requirements), being an essential cause of custodial deficiency, can befall any organisation form, nursing homes just as much as flat- and house-sharing communities. The article explains these paradoxa and indicates consequences and perspectives for geriatric care which, on the one hand, is within the tight framework of the disciplines, but on the other hand, by sheer nature, is obliged to meet the demands of the existential and practical needs of its clients.

Bedarf und Chancen. Die Versorgungssituation pflegebedürftiger Menschen im Prozess des demografischen und sozialen Wandels

Baldo Blinkert

12. Jahrgang (3) – Seite 227-239 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Die Versorgungssituation pflegebedürftiger Menschen hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Vom ihrem Bedarf nach Versorgung, von den durch das soziale Umfeld konstituierten Risiken und Chancen und von institutionellen Regelungen. Diese Grundidee wird erläutert und durch die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen unseres Instituts belegt. 1. Es lässt sich zeigen, dass der demografische und soziale Wandel von großer Bedeutung sowohl für Bedarf wie auch für Versorgungschancen ist. 2. Die Wahrscheinlichkeit für eine häusliche Versorgung variiert in starkem Maße mit der Zugehörigkeit zu sozialen Milieus. Sie ist am größten in den Milieus, die im Verlauf des sozialen und kulturellen Wandels zunehmend an Bedeutung verloren haben. 3. Pflegearrangements von häuslich versorgten Pflegebedürftigen lassen sich unter dem Gesichtspunkt des Zeitbeitrags verschiedener Sektoren beschreiben. Diese Zeitbeiträge variieren nicht nur mit dem Grad der Pflegebedürftigkeit, sondern auch mit Bedingungen des sozialen Umfeldes. Für die Versorgung älterer pflegebedürftiger Menschen lässt sich dabei der Trend beobachten, dass es zu einer Umkehr von sozialer Privilegierung kommt. Insgesamt kann festgestellt werden, dass unser Versorgungssystem für pflegebedürftige Menschen vor großen Herausforderungen steht, die sich nur durch grundlegende Reformen bewältigen lassen.

Abstract:

An adequate supply for people who are in need of long-term-care depends strongly upon three factors: upon the degree of need, upon risks and chances which are produced by the social environment and upon institutionalized regulations. This basic idea is explicated and supported by results of several researches of our institute. 1. It can be demonstrated that need and chances of supply are strongly influenced by the demographic and socio-cultural changes. 2. The probability for homecare varies noticeably with the membership to social milieus. This probability is highest in those milieus which have increasingly lost importance in the past social and cultural change. 3. Arrangements for homecare can be described as the time contributions of several sectors of care providers. These time contributions vary not only with the degree of need but also with conditions of the social setting. Regarding the supply for aged care needing people one can observe the trend of a reversal of social privileges. Altogether it must be realized that our system of supply for long-term-care is confronted with heavy challenges which only are manageable by fare reaching reforms.

Pflegezeitbemessung unter Berücksichtigung der Beziehungsarbeit

Sabine Bartholomeyczik

12. Jahrgang (3) – Seite 240-248 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Pflegezeitbemessungssysteme kommen bei denselben Patienten zu unterschiedlichen Ergebnisse, wobei über die Gründe dafür nur spekuliert werden kann. Einzelne gemessene Zeiten zeigen, dass Zeiten einer gleich lautenden Pflegemaßnahme stark streuen. Zeitmessungen sind vor allem am “Handwerk” Pflege orientiert, viele Arbeiten, auch die der Beziehungsgestaltung bleiben unsichtbar. Beziehungsarbeit kann aber nicht von der Pflege getrennt werden, sondern bedarf umfassender Theorie- und Forschungsarbeit.

Abstract:

Different workload measurement systems can lead to different results when used with the same group of patients. Explanations for this are mainly speculations. The same one nursing intervention shows different durations, it has a huge deviation. Measurements of time are oriented at nursing as a handicraft; a lot of tasks are invisible, among those building up a relationship. Relationship work cannot be separated from nursing. However, comprehensive work in theory building and research is needed.

Systematische Übersichtsarbeiten in qualitativer Gesundheits- und Pflegeforschung – eine erste Annäherung

Martina Hasseler

12. Jahrgang (3) – Seite 249-262 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Systematische Reviews haben eine hohe Bedeutung für eine evidenz-basierte Gesundheits- und Pflegeversorgung. Bislang sind systematische Verfahren für das Erstellen von Übersichtsarbeiten überwiegend für quantitative Studien entwickelt worden. Im internationalen Raum finden sich einige Veröffentlichungen zum Thema systematischer Übersichtsarbeiten in qualitativer Forschung. In deutschsprachigen Publikationen spielt dieses Thema bisher kaum eine Rolle. Allerdings sind insbesondere in den Gesundheitswissenschaften und Pflegewissenschaften zahlreiche qualitative Studien durchgeführt worden. Vor diesem Hintergrund ist die Bedeutung systematischer Übersichtsarbeiten als hoch einzustufen, damit die Erkenntnisse methodisch angemessen Eingang in eine evidenz-basierte Gesundheits- und Pflegeversorgung finden können. Dieser Beitrag versucht eine erste Annäherung an das Thema. Er zeigt die Notwendigkeit, sich in Gesundheits- und Pflegeforschung grundsätzlich damit auseinander zu setzen und in weitere Diskussionen sowie Entwicklungen zu treten.

Abstract:

Systematic Reviews gain more and more importance in evidence-based-practice. So far the most developed review methods are on quantitative research. There are some publications on reviews in qualitative research in English-speaking countries. Until now, this topic is not much discussed in Germany. However, particularly in health care research and nursing research a lot of qualitative research has been carried out. Against the background of this situation systematic reviews in qualitative research are of prime importance so that the results can find its way in evidence-based-practice. This article tries to approach this topic. It shows the need for altercating it in health care research and nursing research and to discuss it and to pursue further developments.

Kultursensible Pflege in ambulanten Pflegediensten

Bernd Kolleck

12. Jahrgang (3) – Seite 263-275 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Die Studie basiert auf Befragungen über den Einsatz kultursensible Pflege in 76 Berliner Sozialstationen und gibt Auskunft über Anzahlen von Einrichtungen, Patientinnen und besonders geeignete Pflegekräfte, Art und Umfang der Maßnahmen, positive und negative Erfahrungen sowie weiterführende Schritte. Besondere Qualifikationen betreffen spezielle Umgangsformen, Sprach-, Religions- und Kulturkenntnisse, Krankheitsverständnis und Umgang mit Tabus. Die Erwartungen der Patienten können größtenteils erfüllt werden. Konflikte entstehen trotzdem und werden zurückgeführt auf wechselseitiges Missverstehen, auf ethnische Vorbehalte insbesondere auf Seiten der Patienten sowie auf Zeitmangel. Die Folgen reichen von mangelhafter Compliance bis zu Versorgungsabbrüchen. Für die Zukunft zeigt sich ein erheblicher Entwicklungsbedarf, besonders bei der Kenntnisvermittlung in den Ausbildungsgängen, Übersetzungsdiensten, Dokumentation und Clearingstellen.

Abstract:

The study comprises interviews about intercultural nursing in 76 out-patient settings in Berlin. Reported are numbers of settings, patients and specially qualified nurses, type and scope of intercultural activities, positive and negative experiences and future steps. Special qualifications concern communication manners, knowledge of language, culture and religion, disease perception and respecting of taboos. By and large, the expectations of the patients could be met. Still, conflicts do arise which are concieved as resulting from mutual misunderstandings, from ethnical prejudices especially on the patient´s side and from lack of time. Consequences are ranging from lack of compliance to breaking-off the nursing contract. There is considerable need for future development in education of nurses, translating services, documentation and clearing houses.

Artikel Pflege & Gesellschaft 4/2007

Gesundheitspolitik als Einflussfaktor auf soziale und gesundheitliche Ungleichheit

Thomas Gerlinger

12. Jahrgang (4) – Seite 289-303 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Die Entwicklung der Gesundheitspolitik hat in den letzten Jahren die soziale Ungleichheit von Zugangschancen zur gesundheitlichen Versorgung deutlich verstärkt. Zum einen erhöht die Privatisierung von Kosten bei den Patienten die Hürde zur Inanspruchnahme von Leistungen. Zum anderen schafft die Budgetierung von Ausgaben in der Gesetzlichen Krankenversicherung für Ärzte einen Anreiz, Patienten Leistungen vorzuenthalten und Privatpatienten den Kassenpatienten vorzuziehen. In der Pflegeversicherung führt die Nichtanpassung der Leistungen seit 1995 dazu, dass die zu einem erheblichen Kaufkraftverlust. Dies erhöht insbesondere die finanziellen Belastungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Die vorliegenden Daten geben jedoch keine verlässliche Auskunft darüber, ob und in welchem Ausmaß die skizzierten gesundheitspolitischen Entwicklungstrends den sozialen Gradienten in der gesundheitlichen Ungleichheit verstärken oder verstärkt haben. In Bezug auf diese Fragen besteht ein erheblicher Forschungsbedarf sowohl in der Krankenversorgung als auch in der Pflege.

Abstract:

In recent years, health policy considerably increased social inequality of access to medical care. On the one hand, the privatisation of treatment costs is heightening barriers to the demand for medical care. On the other hand, implementing budgets in the social health insurance is creating strong incentives for physicians to refuse medical care and to preferably treat private patients. In the long-term care insurance the financial burdens for low-income households increased because cash benefits have not been raised since 1995. Nevertheless, there is no data available, whether or not these changes lead to an increase of the social gradient related to inequality in health. This has to be subject to further research.

Soziale Ungleichheit und Pflege. Konzeptionelle Zugänge

Ullrich Bauer, Andreas Büscher

12. Jahrgang (4) – Seite 304-317 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Die Diskussion über soziale Ungleichheiten im Zugang zu Versorgungsleistungen hat ihren Schwerpunkt im angloamerikanischen Sprachraum. Heute ist indes ersichtlich, dass es sich längst nicht nur um eine angloamerikanische Problemstellung handelt. Das Problem Versorgungsungleichheit stellt sich international und spielt in allen entwickelten Gesundheitssystemen eine zunehmend bedeutsame Rolle. Das deutsche Gesundheitswesen, das egalitäre Teilhabechancen immer besonders hervorgehoben hat, macht hier genau so wenig eine Ausnahme wie der spezielle Fokus auf Ungleichheiten in der pflegerischen Versorgung. Das Geschehen im “Feld der Pflege” weist – wie im Folgenden argumentiert wird – ein hohes Potenzial gerade dafür auf, dass Ressourcenunterschiede eine bedeutsame Rolle spielen: für die Ausgestaltung von Pflegearrangements, für die Qualität der erbrachten Pflegeleistungen sowie für die Funktion der pflegerischen Versorgung bei der Produktion und Reproduktion sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheiten.

Abstract:

The discussion about social inequalities in access to health care was mainly lead in the English speaking world. However, we know that the problem of social inequalities is not limited to the UK or the United States exclusively. The problem of inequalities in health care is an international one that plays an increasingly important role in health care systems of the developed countries in general and Germany in particular where equity in access to health care was always stressed. But it is also true for the particular focus on inequalities in nursing care delivery. It will be argued in the following paper that actions in the field of nursing imply a high potential for the important role of resource differences between different people, in particular for the shape of home care arrangements, the quality of nursing care services, and for the role and function of nursing in the production and reproduction of socially related health inequalities.

Freundin, Expertin oder Dienstmädchen – zu den Auswirkungen sozialer Ungleichheit auf die Funktion professioneller Pflegekräfte in häuslichen Pflegearrangements

Josefine Heusinger

12. Jahrgang (4) – Seite 318-329 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Verglichen mit einem Leben im Pflegeheim scheint die häusliche Pflege ein besserer Garant für ein selbstbestimmtes Leben zu sein. Tatsächlich ist aber nicht bekannt, inwieweit Pflegebedürftige in die sie betreffenden Entscheidungen über die Ausgestaltung ihres häuslichen Pflegearrangements einbezogen werden. Mit leitfadengestützten Interviews mit 27 Pflegebedürftigen, ihren häuslichen und – wenn beteiligt – professionellen Pflegepersonen wird untersucht, wie typische Einstellungen und Ausstattungen mit ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital in verschiedenen sozialen Milieus Selbstbestimmung und Pflegeorganisation beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen milieuspezifische Stärken und Schwächen sowie die Bedeutung der Integration in ein soziales Netzwerk, die bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Stabilisierung der häuslichen Versorgung berücksichtigt werden sollten. Professionell Pflegende können die Selbstbestimmung Pflegebedürftiger unterstützen, wenn sie die verschiedenen und spezifischen Bedürfnisse beachten.

Abstract:

Compared to moving into an nursing home, domestic care seems to be a better guarantee for a self determined life for old people in need of care. But in fact it is not clear, whether receivers of care really are involved in the decisions concerning their domestic care arrangement. Focused interviews of 27 people receiving care, as well as their domestic carers and, where applicable, professional nursing staff were used to investigate how the specific attitudes and resources of economic, social and cultural capital in the different social milieus influence self-determination and organisation of domestic care. The results show milieu-specific strengths and weaknesses as well as the importance of the integration into a helpful social network which should be taken into account when considering measures to stabilize domestic care. Professional nursing staff can strengthen the position of people receiving care by realizing the different and specific needs.

Edukation in der pädiatrischen Onkologie – anfällig für Ungleichheit?

Karin Tiesmeyer

12. Jahrgang (4) – Seite 330-342 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

Mit dem vorliegenden Beitrag wird der Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Edukation in der pädiatrischen Onkologie thematisiert. Anhand von vier Thesen wird das Thema mit Blick auf die Lebenssituation von Kindern, die Versorgungsstrukturen und -prozesse sowie Kinder als Nutzer gesundheitlicher Versorgung diskutiert. Am Ende wird daraus die Antwort abgeleitet, ob und inwiefern die Edukation in der pädiatrischen Onkologie für soziale Ungleichheit in besonderer Weise anfällig ist.

Abstract:

This paper addresses the relation between social inequalities and education in paediatric oncology. The subject will be discussed based on four theses referring to the life situation of children, health care structures and processes and the role of children as users of health care services. The conclusion provides an answer to the question, whether and in what way education in pediatric oncology is susceptible to inequality.

Auswirkungen von Vergütungsregelungen in der häuslichen Pflege. Ein Modelprojekt zur Einführung personenbezogener Budgets

Andreas Büscher, Helmut Budroni, Almut Hartenstein, Bernhard Holle, Birgit Vosseler

12. Jahrgang (4) – Seite 343-359 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

In einer qualitativen Studie wurden die Auswirkungen eines sachleistungsbasierten Pflegebudgets auf das Pflegegeschehen in der ambulanten Pflege untersucht. Dabei wurden 33 Interviews mit insgesamt 11 Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sowie Pflegefachkräften und Pflegedienstleitungen aus sieben Pflegediensten geführt. Aus Sicht der Teilnehmer/innen bestanden die positiven Auswirkungen in der Möglichkeit, besser auf sich verändernde Notwendigkeiten und Bedürfnisse eingehen zu können. Das Budget scheint insbesondere für allein lebende, ältere Menschen, an Demenz Erkrankte sowie schwerst mehrfach Erkrankte sinnvoll zu sein. Pflegefachkräfte und Pflegedienstleitungen betonen notwendige Veränderungen, die ein Budgetansatz mit sich bringt. Als erweiterte Kernleistungen in der ambulanten Pflege konnten in dem Projekt die Bereiche: Aushandlungsprozesse gestalten, kontinuierliche Situationsevaluation, Alltag organisieren, soziale Kontaktperson sein, Ressourcen fördern sowie Sicherheit vermitteln identifiziert werden. Die Ergebnisse dieses Projekts zeigen, dass die Stundenvergütung einen Beitrag zur Legalisierung einer bestehenden Realität leistet und deshalb als Regeloption neben der Leistungskomplexvergütung in der Pflegeversicherung eingeführt werden sollte.

Abstract:

The impact of a revised reimbursement scheme for home care services was investigated by using a qualitative design. 7 nursing care services and 11 care dependant elderly people participated in this study with whom 33 interviews were conducted. From the elderly people’s perspective the option to take into account changing needs was considered to be a positive impact. The budget seemed to be particularly useful for elderly people living alone, people suffering from dementia and people suffering from multiple serious diseases. Nurses and nursing managers stress the changes that would go along with the introduction of a budget based reimbursement system and that would need an expanded time frame for implementation. An expansion of the scope of nursing practice in home care was identified. It was actualised by the following nursing interventions: performing negotiation processes, continuous evaluation, organising everyday life, being social contact person, promotion of resources, and providing security. The study concludes that a time based reimbursement system in home care should be introduced in addition and not as a substitute to the existing reimbursement scheme.

Arbeitseinkommen in den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen in Deutschland 1998-2003

Günter Thiele, Lutz Bellmann

12. Jahrgang (4) – Seite 343-359 ISSN 1430-9653

Zusammenfassung:

In der Studie wird die Einkommensentwicklung der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sowie der Helferinnen in der Krankenpflege in Deutschland für die Jahre 1998 und 2003 betrachtet. Datengrundlage für die empirische Studie bildet das Beschäftigtenpanel der Bundesagentur für Arbeit, dass sowohl individuelle als auch betriebliche Merkmale enthält. Die wesentlichen Ergebnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger erzielen ihr höchs­tes sozialversicherungspflichtiges Bruttoentgelt in West- wie in Ostdeutschland in den Hochschulkliniken wie in den Krankenhäusern, das niedrigste in den ambulanten sozialen Diensten. Am besten werden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen in Westdeutschland im Alter von 41 bis 50 Jahren, am schlechtesten solche im Alter bis 21 Jahren in Ostdeutschland entlohnt. In kleinen Pflegeeinrichtungen lag das Bruttoentgelt bei 1.460 Euro monatlich. Berücksichtigt man bei diesem Vergleich der Bruttoentgelte zwischen West und Ost noch die BAT-Angleichung so liegt die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Bruttoentgelt etwa bei ca. 1.300 Euro monatlich. Die Einkommensunterschiede bzw. die Lohndifferentiale in Bezug auf die betrachteten Einrichtungen, dem Alter sowie die Betriebsgröße haben sich von 1998 auf 2003 sowohl in West- wie in Ostdeutschland vergrößert.

Abstract:

This study analyses earnings in the nursing occupations in Germany in the years 1998 – 2003. The database used for this empirical study is the Employment Panel of the Federal Employment Services, which contains variables both at the individual and the establishment level. The most important results can be summarized as follows: male and female nurses receive the highest gross earnings both in Western and Eastern Germany in hospitals, whereas the lowest gross earnings are paid to workers in mobile social services. Female nurses in the age between 41 and 50 years receive the highest earnings in Western Germany, whereas the lowest are given to those in the age under 22 years in Eastern Germany. In smaller nursing institutions, the average gross earnings was 1460 EURO per month. Furthermore, a comparison between Western and Eastern Germany, which considers the adjustment in the tariffs between the two regions, shows that the spread between the lowest and the highest earnings is approximately 1300 EURO. With respect to occupation, size of institution and age, earnings differentials increased between the years 1998 and 2003 both in Western and Eastern Germany.