Pflege des kritisch kranken Menschen

Die Sektion „Pflege des kritisch kranken Menschen“ (früher: „Pflege in kritischen Lebenssituationen“) wurde im August 2006 von Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Critcal Care Nursing“ der Universität Witten/Herdecke gegründet und hat sich stetig erweitert.

Die Entwicklungen im Gesundheitssystem in Deutschland zeigen, abgesehen vom demographischen Wandel und der damit steigenden Multimorbidität von Patienten und dem Mangel an Nachwuchs in der Pflege, Veränderungen, denen sich Pflegende zum Teil unvorbereitet gegenüber sehen. Darum wird sich die Sektion inhaltlich mit dem Phänomen des geriatrischen Patienten auf der Intensivstation beschäftigen. Spezifische Fokussierung erfolgt auf die Phänomene Delir- und Schmerzmanagement von geriatrischen Patienten.
Die Sektion versteht sich als ein Forum, um gemeinsam und länderübergreifend an der zukünftigen Gestaltung der pflegerischen Versorgung von kritisch erkrankten Menschen mitzuwirken.

Die Sektion ist offen für alle, die an einer Mitarbeit interessiert sind.

Ziele der Sektionsarbeit

  • Die pflegewissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem “Synergy Model for Clinical Excellence” der American Association of Critical-Care Nurses (2005)
  • Diskussion der Implikationen für alle Handlungsfelder der Pflege (Pflegewissenschaft, -pädagogik, -management, -praxis)

Visualisierung der Sektionsinhalte

Themen, die im Zusammenhang mit der Versorgung von kritisch kranken Menschen für die Sektion von Bedeutung sind.

6. DGP-Fachtagung - Pflege des kritisch kranken Menschen

Die 6. DGP-Fachtagung der Sektion Pflege des kritisch kranken Menschen der DGP am 17.03.2017 an der Universität Witten/Herdecke hatte das Ziel, die Intensivpflege in Deutschland sichtbar zu machen und einen kritischen Austausch zu erzielen. Namhafte ReferentInnen vermittelten den ungefähr 150 Teilnehmenden einen Überblick über die vielfältigen Herausforderungen, denen sich sowohl die Praxis der Intensivpflege, aber auch die akademische Pflege ausgesetzt sehen.

Das Themenspektrum der Fachvorträge umfasste sowohl die Perspektive der betroffenen kritisch kranken Menschen und ihrer Angehörigen, sowie der sie zu versorgenden Intensivpflegekräfte. Die Teilnehmenden konnten beispielsweise zu Themen, wie der Bedeutung der posttraumatischen Belastungsstörung von Intensivpflegepatienten oder der brisanten Problematik von Tötungsdelikten in der Pflege, hoch interessante und spannende Vorträge verfolgen. Der Nachmittag war zwei Symposien gewidmet. Die Teilnehmenden konnten Fragen der Kommunikation mit beatmeten Patienten und der Situation von intensivpflichtigen Kindern und ihren Familien, vor dem Hintergrund ihrer eigenen beruflichen Erfahrungen, kritisch reflektieren. Das zweite Symposium widmete sich der Thematik der Arbeitsbedingungen und Personalressourcen, mit exklusivem Einblick in die neuesten Zahlen zur Intensivpflege in Deutschland. Mit der Vorstellung des AACN-Synergiemodells erfuhren die Teilnehmenden, wie es möglich ist, Bedarfe intensivpflegebedürftiger Patienten und ihrer Angehörigen pflegetheoriegeleitet und -begründet zu formulieren und ihnen kompetenzorientiert zu begegnen. Im gemeinsamen Abschluss der Tagung wurde deutlich, dass sich die Entwicklung der Intensivpflege in Spannungsfeldern vollzieht, die es gilt professionell zu gestalten.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die 6. Fachtagung der DGP mit ihren Inhalten in hohem Maße dazu beitrug, das Ziel dieser Veranstaltung „Pflege intensiv kritisch denken und sichtbar machen“ zu erreichen.

Stefanie Monke (MScN), für die Sektion Pflege des kritisch kranken Menschen,
Köln 31.03.2017

Vorträge

Das AACN-Synergiemodell – Eine Perspektive für das Pflegemanagement in der Intensivpflege
Für die Sektion Pflege des Kritisch Kranken Menschen: Anja Claus, Ev. Klinikum Niederrhein, Duisburg; Claudia Bredthauer, Medizinische Hochschule Hannover; Stefanie Monke, Karl Borromäus Schule für Gesundheitsberufe gGmbH, Bonn

Entwicklung und Vision der Intensivpflege
Martina Bauer, Klinikum Lünen, St.-Marien-Hospital

Professionalisierung der Intensivpflege – Handeln in Spannungsfeldern
Heiner Friesacher, Freier Hochschuldozent, Autor, Herausgeber

Personalressourcen und Arbeitsbedingungen in der Intensivpflege
Michael Isfort, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V., Köln

Anwendung von Augmented Reality – Technologie in der ambulanten Intensivpflege – ein Werkstattbericht
Heinrich Recken, Hamburger Fern-Hochschule

Die Kommunikation mit erwachsenen, beatmeten Intensivpatienten
Christina Weber, Krankenhaus Düren gem. GmbH

Mitglieder der Sektion

Die Sektion besteht bislang aus Personen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Thematik befasst haben und ist offen für weitere Interessierte. Geplant sind vierteljährliche Treffen, die über den newsletter der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft bekannt gegeben werden.

Aktuelle Mitglieder

  • Sprecherin: Dr. Irmela Gnass
  • Claudia Bredthauer
  • Anja Claus
  • Martina Gießen-Scheidel
  • Stefanie Monke

Kontakt: Sektion Pflege des kritisch kranken Menschen

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